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MASSBLATT_1_ZU_1

Fußmaßblatt zum Ausdrucken, im Maßstab 1:1 mit Kontrollstrecke

Zwei Zahlen entscheiden über die Passform eines Barfußschuhs: die Länge des Fußes und seine Breite an der Ballenlinie. Beide werden im Stehen genommen, auf Papier, mit dem vollen Gewicht auf dem gemessenen Fuß. Dieses Blatt nimmt das Nachmessen mit dem Lineal ab.

Es ist ein Millimeterraster mit Fersenlinie, Mittellinie, einer Längenskala am Rand und bezifferten Breitenlinealen in Abständen von fünfzig Millimetern. Unten steht eine Kontrollstrecke von genau 100 Millimetern – die einzige Möglichkeit zu erkennen, ob der eigene Drucker maßstabsgetreu gedruckt hat.

DRUCKVORLAGE

Die Druckvorlage

Millimeterblatt mit Fersenlinie, Mittellinie, Längenskala und vier bezifferten Breitenlinealen sowie einer Kontrollstrecke von 100 Millimetern

Über die Druckfunktion des Browsers ausgeben. In diesem Druckdialog wird nur das Blatt gedruckt, ohne Kopf- und Fußbereich der Seite.

DRUCKEN

Richtig drucken, und woran der Maßstab scheitert

Im Druckdialog muss die Skalierung auf 100 Prozent stehen. Die Voreinstellung heißt bei den meisten Browsern „an Seitengröße anpassen" oder „Fit to page" und verkleinert das Blatt um zwei bis fünf Prozent, damit die Ränder des Druckers sicher passen. Genau das macht ein Maßblatt unbrauchbar: auf 260 Millimetern sind fünf Prozent dreizehn Millimeter, und dreizehn Millimeter Fußlänge sind fast zwei Schuhgrößen.

Nach dem Druck die Kontrollstrecke am unteren Blattrand mit einem Lineal prüfen. Zeigt sie 100 Millimeter zwischen den beiden Endmarken, ist der Maßstab richtig. Zeigt sie 96 oder 97, wurde skaliert – dann im Dialog auf 100 Prozent umstellen und neu drucken, nicht umrechnen.

Zwei weitere Stolpersteine sind seltener und wirken genauso. Randlos druckende Fotodrucker vergrößern manchmal leicht, um den Rand zu füllen; die Kontrollstrecke zeigt dann 102 oder 103 Millimeter. Und ein Ausdruck im Querformat passt das Blatt automatisch an, weil es hochformatig angelegt ist.

Wer keinen Drucker hat, braucht das Blatt nicht. Ein leeres Blatt Papier, ein Stift und ein Lineal ergeben dieselben zwei Zahlen; der Ausdruck spart nur das Umsetzen des Lineals und macht das Ergebnis über die Zeit vergleichbar, weil derselbe Nullpunkt benutzt wird.

MESSEN

Die Messung in fünf Schritten

Erstens das Blatt auf einen harten, ebenen Boden legen. Teppich gibt nach und der Fuß sinkt ein, was die Breite um mehrere Millimeter verfälscht. Das Blatt darf nicht verrutschen; ein Streifen Klebeband an zwei Ecken genügt.

Zweitens die Ferse an die Fersenlinie legen und den Fuß so ausrichten, dass die zweite Zehe etwa auf der Mittellinie liegt. Dann das volle Körpergewicht auf diesen Fuß bringen und den anderen entlasten. Das ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird, und er ist der wichtigste: im Sitzen ist der Fuß bis zu acht Millimeter schmaler als im Stehen.

Drittens den Umriss mit senkrecht gehaltenem Stift nachziehen. Schräg gehalten wandert die Linie nach außen und die Messung fällt zu groß aus. Die Zehen dabei entspannt lassen – angezogene Zehen messen zu schmal, und die Breite wird ja gerade für die Spreizung gebraucht.

Viertens ablesen. Die Länge steht an der Längenskala am linken Rand, gemessen von der Fersenlinie bis zur längsten Zehe, was nicht immer die große ist. Die Breite wird an dem Breitenlineal abgelesen, das der breitesten Stelle des Ballens am nächsten liegt: links und rechts der Mittellinie den Abstand bis zum Umriss zählen und beide Werte addieren.

Fünftens denselben Vorgang mit dem anderen Fuß, auf einem zweiten Blatt. Seitenunterschiede von zwei bis vier Millimetern sind der Normalfall. Gerechnet wird mit dem größeren Wert, weil ein Schuhpaar für den breiteren Fuß gekauft wird und nicht für den Durchschnitt.

Der Fuß auf dem ausgedruckten Maßblatt, Ferse an der Grundlinie
Ein barfüßiger Fuß steht flach auf einem ausgedruckten weißen Maßblatt, von oben aufgenommen; die Ferse liegt an einer geraden Grundlinie, links und rechts laufen feine Teilstriche neben dem Fuß
Der fertige Umriss, ohne den Fuß darauf
Ein weißes Millimeterpapier von oben aufgenommen, darauf eine dünne mit Bleistift gezogene Umrisslinie eines Fußes mit Ferse unten und fünf Zehen oben; der Fuß selbst ist nicht im Bild, daneben liegt ein angespitzter Bleistift

Erst ohne den Fuß darauf ist ablesbar, wie weit die Linie an der breitesten Stelle vom Raster abweicht.

WEITER

Was mit den beiden Zahlen passiert

Die Breite ist die härtere der beiden. Sie lässt sich durch keine andere Eigenschaft ausgleichen und entscheidet, welche Modelle überhaupt in Frage kommen. Der Rechner unter Ballenbreite nimmt den Wert und sortiert das Feld: welche Innenweite Luft lässt, welche knapp wird, welche ausfällt.

Die Länge entscheidet über die Größe, und zwar anders als bei einem gedämpften Schuh. Bei flacher Sohle fällt die Innenlänge knapper aus, weil sich der Vorfuß nicht vorwölbt und die Zehen den Platz nach vorne brauchen. Die gewohnte Nummer passt deshalb meistens nicht. Wo ein Hersteller die Innenlänge seiner Sohlen in Millimetern angibt, lässt sich die gemessene Länge direkt dagegenhalten; wo er es nicht tut, bleibt die Anprobe.

Beide Zahlen gehören notiert, mit Datum. Der Sinn eines festen Nullpunkts liegt im Vergleich über die Zeit: der Fußkraft-Test nimmt die Differenz der Fußlänge zwischen Sitzen und Stehen als Maß für den Gewölbeabfall unter Last, und dieser Wert verändert sich über Monate messbar, wenn die stützende Muskulatur zunimmt.

Bei Kindern ist das Blatt aus einem anderen Grund nützlich. Kinderfüße wachsen in Schüben, und auf die Frage, ob der Schuh drückt, antworten Kinder unzuverlässig. Alle zwei bis drei Monate nachmessen, im Stehen und mit belastetem Fuß, ist die verlässlichere Kontrolle – eine zu kurze Innenlänge drückt die Zehen sonst über Monate in eine Stellung, ohne dass jemand es bemerkt.

EINLEGESOHLE

Der Trick, der die Anprobe ersetzt: die Einlegesohle auflegen

Umriss und aufgelegte Einlegesohle, Ferse an derselben Linie
Fußumriss mit der darüber gelegten Einlegesohle; an der Ballenlinie steht der Umriss auf beiden Seiten über den Rand der Sohle hinaus
  • Durchgezogen: der eigene Umriss im Stehen
  • Gestrichelt: die Einlegesohle des Schuhs
  • Die Klammern an der Ballenlinie zeigen den Überstand je Seite
  • Überstand in Millimetern ablesen, nicht schätzen

Fast jeder Barfußschuh hat eine herausnehmbare Einlegesohle, und sie ist ein exaktes Abbild der Innenform des Schuhs – der Fläche also, die dem Fuß zur Verfügung steht. Wer sie herausnimmt und auf den eigenen Umriss legt, sieht in zwei Sekunden, was keine Größentabelle beantwortet: ob der Fuß hineinpasst, und wenn nicht, an welcher Stelle er übersteht.

Das Vorgehen ist simpel. Umriss auf dem Blatt zeichnen, Einlegesohle mit der Ferse an dieselbe Fersenlinie legen, mittig ausrichten. Steht der Umriss an der Ballenlinie über den Rand der Sohle hinaus, ist die Box zu schmal – und der Überstand in Millimetern ist genau der Wert, der fehlt. Steht er vorne über, fehlt Länge. Steht er nirgends über, aber liegt überall direkt am Rand, passt der Schuh im Stand und wird nach zwanzig Kilometern eng.

Zwei Dinge sind dabei zu beachten. Die Einlegesohle ist an den Rändern leicht aufgestellt, wenn sie im Schuh liegt; flach auf dem Papier wirkt sie deshalb einen bis zwei Millimeter breiter als der Raum, den sie im Schuh tatsächlich freigibt. Und bei einem Schuh, der schon gelaufen wurde, hat sich die Sohle verformt und gibt die Neuform nicht mehr wieder.

Der Vorteil gegenüber jeder Tabelle: die Methode funktioniert bei jeder Marke, auch bei denen, die keine Innenweite in Millimetern veröffentlichen – und das ist die Mehrheit. Sie funktioniert auch bei einem Paar, das schon im Schrank steht, und beantwortet damit die Frage, die vor dem Kauf des nächsten steht: war das letzte zu schmal, und um wie viel.

ZEITPUNKT

Wann gemessen wird, und warum das einen Unterschied macht

Ein Fuß ist über den Tag nicht gleich groß. Nach mehreren Stunden im Stand oder im Gehen ist er länger und breiter als am Morgen, weil sich Flüssigkeit im Gewebe verlagert und das Quergewölbe weiter nachgibt. Der Unterschied liegt bei zwei bis fünf Millimetern in der Breite und ist damit größer als der Abstand zwischen zwei Modellen in der Tabelle.

Daraus folgt eine einfache Regel: gemessen wird abends, nicht morgens. Ein Schuh, der abends passt, passt auch morgens; umgekehrt gilt es nicht. Wer nach einer langen Einheit misst, bekommt den oberen Rand des Bereichs – auch ein brauchbarer Wert, wenn die meisten Kilometer lang sind.

Bei Wärme fällt der Effekt stärker aus als bei Kälte, was für die Modellwahl im Sommer und im Winter dieselbe Konsequenz hat wie die Sockendicke: gerechnet wird mit dem ungünstigeren Fall. Und wer das Blatt aufbewahrt und in einigen Monaten erneut misst, sollte die Tageszeit notieren – sonst vergleicht die zweite Messung nicht den Fuß, sondern die Uhrzeit.

Größensysteme

Warum die Größennummer die Breite nicht kennt

Alle gängigen Größensysteme sind Längensysteme. Die europäische Nummer beschreibt die Länge des Leistens in Pariser Stich, das britische und das amerikanische System rechnen in Dritteln oder Zwölfteln eines Zolls ab einem festgelegten Nullpunkt. Keines der drei enthält eine Angabe zur Breite.

Die Breite steckt bei klassischen Schuhen in einer separaten Weitenangabe, die im Sportbereich selten mitgeliefert wird. Bei Barfußschuhen entfällt sie ganz: die Marke baut eine Breite pro Serie und beschreibt sie mit Worten. Deshalb ist die Nummer für die Frage, ob ein Fuß in eine Zehenbox passt, ohne Informationsgehalt.

Ein Millimeterwert dagegen ist zwischen Marken vergleichbar, sofern derselbe Messpunkt gilt. Genau das ist der Grund, warum auf dieser Seite in Millimetern und nicht in Nummern gerechnet wird – und warum eine gemessene Ballenbreite mehr wert ist als jede Umrechnungstabelle zwischen EU, UK und US.

Praktisch heißt das für den Kauf: die Nummer klärt die Länge und nichts weiter. Die Breite klärt der Umriss, entweder gegen einen veröffentlichten Millimeterwert oder gegen die aufgelegte Einlegesohle. Wer beides hat, braucht die Anprobe nur noch zur Bestätigung.

GRENZEN

Was ein Maßblatt nicht kann

Es liefert zwei statische Maße eines belasteten, aber stehenden Fußes. Beim Laufen verändert sich der Fuß weiter: er wird beim Abdruck länger, im Verlauf einer langen Einheit schwillt er an, und bei Wärme mehr als bei Kälte. Deshalb ist ein Ergebnis, das genau an der Grenze liegt, kein Ergebnis – wer 98 Millimeter misst und ein Modell mit 98 Millimetern Innenweite kauft, hat für den Abend nach dreißig Kilometern nichts übrig.

Und es sagt nichts über die Form. Zwei Füße mit identischer Breite an der Ballenlinie können sich an der Zehenlinie deutlich unterscheiden, je nachdem ob die große Zehe die längste ist oder die zweite. Ein Umriss zeigt das, eine Zahl nicht – deshalb lohnt es, den Umriss aufzubewahren und nicht nur die zwei Werte.

Was in einem Schuhgeschäft gemessen wird, ist übrigens meist eine dritte Größe: das dortige Messgerät nimmt die Länge im Sitzen und gibt eine Größennummer aus. Für einen Schuh mit aufgebogenem, gedämpftem Vorfuß reicht das. Für eine flache Sohle mit gerader Zehenbox ist es die falsche Messung an der falschen Stelle in der falschen Haltung.

Und ein letzter Handgriff, der oft fehlt: das Blatt nach dem Messen datieren und aufbewahren. Der Fuß ändert sich über Jahre, und die zweite Messung ist nur dann eine Kontrolle, wenn es eine erste zum Vergleich gibt.

Häufige Fragen

Warum muss der Ausdruck kontrolliert werden?

Weil die meisten Druckdialoge standardmäßig „an Seitengröße anpassen" wählen und das Blatt damit um zwei bis fünf Prozent verkleinern. Auf 260 Millimetern Länge sind das bis zu dreizehn Millimeter, also mehr als der Abstand zwischen zwei Schuhgrößen. Die Kontrollstrecke unten auf dem Blatt zeigt es in fünf Sekunden.

Geht das auch ohne Drucker?

Ja, mit einem leeren Blatt und einem Lineal. Das Blatt nimmt nur das Nachmessen ab: die Skalen liegen direkt neben dem Umriss, sodass Länge und Breite ohne Umsetzen des Lineals abgelesen werden.

Welches Papierformat?

A4 im Hochformat. Das Blatt ist 190 mm breit und 260 mm hoch angelegt und passt damit in die Ränder jedes üblichen Druckers. Fußlängen über 235 Millimeter brauchen kein größeres Format, weil die Fersenlinie 25 Millimeter über dem unteren Rand liegt.

Wie oft sollte nachgemessen werden?

Bei Erwachsenen einmal und dann bei Beschwerden erneut. Bei Kindern alle zwei bis drei Monate, weil Kinderfüße in Schüben wachsen und auf die Frage nach dem Druck unzuverlässig antworten.

Warum steht die Breitenskala nicht am Rand?

Weil die breiteste Stelle des Ballens nicht am Rand liegt. Die Skalen liegen deshalb in Abständen von fünfzig Millimetern quer über das Blatt, sodass in der Höhe der Ballenlinie immer ein bezifferter Maßstab in der Nähe ist.