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MASS_01_BREITE

Ballenbreite messen und die Barfußschuhe finden, die wirklich passen

Von den drei Größen, die einen Barfußschuh entscheiden, ist die Breite die einzige, die sich durch nichts ausgleichen lässt. Sohlendicke ist eine Frage des Untergrunds, Sprengung eine Frage der Bauart – die Ballenbreite ist ein festes Maß am eigenen Fuß.

Deshalb steht sie in diesem Rechner vorne. Ein Wert wird eingetragen, und danach ist das Feld der neun Modelle sortiert: welche Innenweite Luft lässt, welche knapp wird und welche schon vor dem Anprobieren ausfällt.

Für 98 mm bleiben 6 von 8 Modellen mit angegebener Innenweite im Feld.

Innenweite gegen die eingetragene Breite
ModellInnenweiteDifferenzEinordnung
Freet Feldom 103 mm +5 mm Luft
Xero Shoes Scrambler Low 102 mm +4 mm Luft
Xero Shoes HFS II 101 mm +3 mm Luft
Vivobarefoot Primus Trail II FG 99 mm +1 mm knapp
Altra Escalante 99 mm +1 mm knapp
Vivobarefoot Primus Lite 98 mm 0 mm knapp
Merrell Trail Glove 7 95 mm -3 mm zu eng
Merrell Vapor Glove 6 94 mm -4 mm zu eng
Vibram FiveFingers V-Run anatomisch, Einzelkammern eigene Anprobe

Tabelle seitlich verschiebbar

Wie die Einordnung zu lesen ist. „Luft" heißt drei Millimeter oder mehr Innenweite über dem gemessenen Wert, „knapp" heißt null bis drei. Diese Grenze ist eine Leseerleichterung und keine anatomische Aussage – deshalb steht die Differenz in Millimetern daneben. Wer eine Zehe hat, die weiter absteht als der Rest, rechnet mit mehr Luft; wer dünne Socken trägt und einen schmalen Vorfuß hat, kommt mit „knapp" zurecht.

WARUM_BREITE

Warum die Breite vor allen anderen Spalten kommt

Länge lässt sich über die Größe regeln, Sohlendicke über die Modellwahl, Sprengung ebenfalls. Für die Breite gibt es keinen solchen Hebel. Die Zehenbox ist an der Ballenlinie so weit, wie der Leisten sie gebaut hat, und sie wächst mit der Länge kaum mit: eine Nummer mehr bringt der Länge sechs bis sieben Millimeter und der Breite an der entscheidenden Stelle einen Bruchteil davon.

Das führt zu dem Fehlkauf, der sich in dieser Kategorie am häufigsten wiederholt. Der Schuh drückt seitlich, also wird eine Nummer größer bestellt. Die Länge stimmt dann nicht mehr, der Fuß rutscht bergab nach vorne, die Zehen stoßen an – und der seitliche Druck ist trotzdem da. Zwei Fehler statt einem.

Umgekehrt gilt derselbe Zusammenhang und wird seltener erwähnt. Eine Box, die deutlich weiter ist als der Fuß, ist kein Gewinn. Der Vorfuß hat dann Spiel, das er beim Abdruck nicht nutzt, und bei jedem Schritt bergab wandert der Fuß nach vorne. Das fühlt sich wie eine zu kurze Länge an und ist eine zu weite Breite.

Deshalb ist der brauchbare Bereich in beide Richtungen begrenzt. Zwischen der eigenen Breite und der Innenweite des Schuhs liegen im günstigen Fall wenige Millimeter – genug, dass sich die Zehen spreizen können, und nicht so viel, dass der Fuß im Schuh wandert.

MESSUNG

Wie die Ballenbreite gemessen wird

Die Messlinie liegt quer über der breitesten Stelle des Ballens
Fußumriss mit der Messlinie an der Ballenlinie und dem Längenmaß
  • Auf Papier stellen, volles Gewicht auf diesem Fuß
  • Umriss mit senkrecht gehaltenem Stift
  • Quer über die breiteste Stelle messen
  • Beide Füße einzeln, mit dem größeren Wert rechnen

Ein Blatt Papier auf einen harten Boden legen, darauf stellen und das Gewicht vollständig auf den zu messenden Fuß bringen. Den Umriss mit einem senkrecht gehaltenen Stift nachziehen – schräg gehalten wandert die Linie nach außen und die Messung fällt zu groß aus. Dann die breiteste Stelle des Ballens suchen und quer darüber messen. Das ist der Wert, der in den Rechner gehört.

Der entscheidende Punkt ist die Belastung. Im Sitzen ist der Fuß bis zu acht Millimeter schmaler als im Stehen, weil sich das Quergewölbe unter Gewicht abflacht und der Vorfuß breiter wird. Acht Millimeter sind in dieser Kategorie der Abstand zwischen dem schmalsten und dem weitesten Modell im Feld – eine im Sitzen genommene Messung sortiert also die Tabelle falsch, nicht nur ungenau.

Zwei weitere Fehler kosten jeweils ein paar Millimeter. Ein Fuß, der nur mit halbem Gewicht belastet ist, weil das andere Bein mitträgt, misst zu schmal. Und ein Umriss, der bei angezogenen Zehen entsteht, misst ebenfalls zu schmal, weil die Spreizung fehlt, für die die Box gebraucht wird. Locker stehen, Zehen entspannt, Gewicht auf einem Fuß.

Ein Maßblatt zum Ausdrucken nimmt das Nachmessen mit dem Lineal ab: die Millimeterskala liegt direkt neben dem Umriss, und eine Kontrollstrecke auf dem Blatt zeigt, ob der Drucker maßstabsgetreu gedruckt hat.

Der Fuß auf Millimeterpapier, von oben und ohne Belastung von der Seite
Ein barfüßiger Fuß steht flach auf Millimeterpapier, von oben aufgenommen; das Raster läuft sichtbar unter und neben dem Fuß durch, der Vorfuß ist deutlich breiter als die Ferse

Senkrecht von oben aufgenommen: schon eine leichte Schrägstellung der Kamera verschiebt die Breite um mehrere Millimeter.

HERSTELLERANGABEN

Was Hersteller angeben, und was daran fehlt

Für die Zehenbox gibt es keine einheitliche Angabe. Ein Teil der Hersteller nennt die Außenweite der Sohle, was regelmäßig fünf bis acht Millimeter mehr ergibt als der Raum darin. Ein anderer Teil nennt gar keinen Wert und beschreibt die Passform stattdessen mit Worten wie „anatomisch" oder „breit", die sich nicht vergleichen lassen. Und ein Teil nennt eine Innenweite, ohne dazu zu schreiben, an welcher Stelle sie gemessen wurde – an der Ballenlinie oder weiter vorne, wo jede Box schmaler wird.

Die Werte in der Tabelle oben sind deshalb auf einen Messpunkt festgelegt: Innenweite an der Ballenlinie, dort, wo der Fuß beim Abdruck am breitesten ist. Wo ein Wert vom Hersteller stammt und nicht selbst nachgemessen wurde, steht das in der Vergleichstabelle. Die Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt: zwischen Produktionsjahren derselben Serie weichen die Werte um bis zu einen Millimeter voneinander ab.

Innenweite der Zehenbox an der Ballenlinie, alle Modelle mit angegebener Weite
Balkendiagramm: innenweite der Zehenbox an der Ballenlinie, alle Modelle mit angegebener Weite, 8 Balken im gleichen Maßstab
  • Balken 1 von oben: Merrell Vapor Glove 6, 94,0 mm
  • Balken 2 von oben: Merrell Trail Glove 7, 95,0 mm
  • Balken 3 von oben: Vivobarefoot Primus Lite, 98,0 mm
  • Balken 4 von oben: Vivobarefoot Primus Trail II FG, 99,0 mm
  • Balken 5 von oben: Altra Escalante, 99,0 mm
  • Balken 6 von oben: Xero Shoes HFS II, 101,0 mm
  • Balken 7 von oben: Xero Shoes Scrambler Low, 102,0 mm
  • Balken 8 von oben: Freet Feldom, 103,0 mm
  • Die Skala beginnt bei 0 mm, ein kurzer Teilstrich ist 1 mm

Sonderfälle

Zwei Fälle, für die eine Zahl nicht reicht

Zehenschuhe

Bei einem Modell mit Einzelkammern für jede Zehe gibt es keine Innenweite im üblichen Sinn. Die Passform entscheidet sich an der Länge der einzelnen Kammern und am Abstand zwischen erster und zweiter Zehe, nicht an einem Querschnitt. Wer breite Füße hat, kann in einem Zehenschuh gut sitzen und in einer Box mit 103 mm trotzdem drücken – und umgekehrt. Dieses Modell steht in der Tabelle deshalb ohne Zahl und mit dem Hinweis auf die Anprobe.

Socken

Eine Socke verschiebt die Rechnung um ein bis drei Millimeter pro Seite, je nach Material und Dicke. Bei einem Modell, das in der Tabelle mit „Luft" steht, fällt das nicht auf. Bei „knapp" entscheidet es. Wer im Winter dickere Socken trägt und im Sommer dünne, misst mit der dickeren Variante – der Schuh muss im ungünstigeren Fall passen, nicht im günstigeren.

LINKS_RECHTS

Links und rechts, und was die Länge damit zu tun hat

Seitenunterschiede von zwei bis vier Millimetern sind der Normalfall, nicht die Ausnahme. Gekauft wird für den breiteren Fuß, weil ein Schuh, der links passt und rechts drückt, ein Schuh ist, der drückt. Wer eine Seite deutlich weiter misst – mehr als etwa fünf Millimeter – hat einen Befund, der über die Schuhwahl hinausgeht und beim Nachmessen in einigen Wochen bestätigt oder verworfen werden sollte.

Der Fußkraft-Test nimmt den Seitenvergleich aus demselben Grund mit auf: eine wachsende Differenz zwischen links und rechts sagt mehr über den Zustand der stützenden Muskulatur als der Absolutwert einer einzelnen Seite.

Und die Länge hängt an derselben Messung. Bei einem flachen Modell fällt die Innenlänge knapper aus als bei einem gedämpften Schuh derselben Nummer, weil sich die Sohle nicht vorwölbt und die Zehen den Platz nach vorne brauchen, den ein aufgebogener Vorfuß sonst mitbringt. Die gewohnte Größe passt deshalb meistens nicht.

Praktisch heißt das: Länge und Breite werden in derselben Messung genommen, im Stehen, auf demselben Umriss. Zwei Zahlen, ein Blatt Papier – und danach ist die Tabelle nicht mehr eine Liste von Modellen, sondern eine Liste von Kandidaten.

ZWEI_KANDIDATEN

Wenn nach der Breite mehrere Modelle übrig sind

Der Rechner sortiert das Feld, er entscheidet nicht. Bleiben mehrere Modelle mit ausreichender Innenweite, läuft die Auswahl weiter über die zweite und dritte Frage: den Untergrund, auf dem die meisten Kilometer entstehen, und die eigene Erfahrung mit flachen Sohlen.

Der Untergrund bestimmt die Sohlendicke, und zwar gegenläufig zur Intuition: harter, gleichmäßiger Asphalt verlangt mehr Material als weicher Waldboden, weil die Belastung immer an derselben Stelle ankommt. Die Erfahrung bestimmt, wie weit unten im Feld man greift – wer aus gedämpften Schuhen kommt, nimmt aus dem verbleibenden Feld nicht das dünnste Modell, sondern lässt der Fußsohle über den Umstiegsplan Zeit.

Bleibt es zwischen zwei Modellen eng, entscheidet die Anprobe über eine Nacht: den Schuh am Abend anziehen, wenn der Fuß am größten ist, und zwanzig Minuten darin gehen. Ein Druck, der nach zwanzig Minuten noch da ist, verschwindet auch nach zwanzig Kilometern nicht.

ZU_ENG

Was eine zu enge Box über Monate anrichtet

Eine zu enge Zehenbox drückt die Zehen über Stunden pro Tag in eine Stellung, die sie von selbst nicht einnehmen. Belegt ist daran, dass die aktive Spreizung nachlässt, wenn sie über längere Zeit nicht möglich ist, und dass sie zurückkommt, wenn der Platz wieder da ist. Der Fußkraft-Test misst genau diesen Wert als Differenz zwischen entspannter und gespreizter Zehenstellung in Millimetern.

Was nicht belegt ist: dass eine weite Box eine bestehende Fehlstellung zurückbildet. Die Kräftigung ist nachweisbar, die Korrektur der Achse nicht, und beides in einem Satz zu nennen wäre bequem und falsch. Wer eine schmerzhafte Fehlstellung hat, klärt sie ab, statt sie über die Schuhwahl zu behandeln.

Praktisch heißt das: die Breite entscheidet über die Passform, nicht über eine Heilung. Und weil die Stundenzahl über den Tag zählt und nicht die Intensität einer Trainingseinheit, entscheidet der Alltagsschuh darüber mehr als der Laufschuh.

DER_ZUSCHLAG

Was mit der gemessenen Zahl passiert, bevor sie eine Auswahl wird

Die gemessene Ballenbreite ist noch keine Schuhgröße. Sie ist die Breite des Fußes im Stehen, ohne Socke und ohne Belastung von der Seite – und in keinem dieser drei Punkte entspricht das der Situation im Schuh. Wer die Zahl ohne Zuschlag in die Tabelle trägt, landet regelmäßig eine Spalte zu eng.

Drei Dinge kommen dazu, und zwar in dieser Reihenfolge. Erstens die Socke: gemessen wird barfuß, gelaufen wird mit dem Modell, das man tatsächlich anzieht – also mit derselben Socke messen, sonst fehlt sie in der Rechnung. Zweitens die Distanz: der Fuß wird über eine lange Einheit breiter, nicht schmaler, und die Innenweite bleibt gleich. Drittens die Seite: gerechnet wird mit dem breiteren der beiden Füße, weil der schmalere im weiteren Schuh zurechtkommt und nicht umgekehrt.

Warum das so genau genommen wird, zeigt die Verteilung in der Tabelle. Acht der neun Modelle haben eine angegebene Innenweite, und sie liegen zwischen 94 mm und 103 mm, also über eine Spanne von neun Millimetern – aber nicht gleichmäßig verteilt: allein zwischen 98 mm und 100 mm stehen drei Modelle. Eine Messabweichung von zwei Millimetern verschiebt die Auswahl dort um drei Einträge. Das ist der Grund, warum die Messung auf Papier stattfindet und nicht im Laden.

Und was die Zahl nicht leistet: sie grenzt das Feld ein, sie sortiert es nicht. Welches der übrigen Modelle passt, entscheidet die Sohlendicke nach Untergrund – die Breite sagt nur, welche überhaupt in Frage kommen.

Häufige Fragen

Im Sitzen oder im Stehen messen?

Im Stehen, mit dem vollen Körpergewicht auf dem gemessenen Fuß. Der Unterschied zwischen beiden Haltungen beträgt bis zu acht Millimetern, und der Schuh muss den belasteten Fuß aufnehmen, nicht den entlasteten.

Warum löst eine Nummer größer das Problem nicht?

Weil die Zehenbox mit der Länge kaum mitwächst. Eine Nummer bringt der Länge etwa sechs bis sieben Millimeter, der Breite an der Ballenlinie deutlich unter einem. Der Fuß rutscht dann nach vorne und die Zehen stoßen an der Spitze an, während die Box an der breitesten Stelle unverändert drückt.

Was ist mit dem Wert des Herstellers?

Häufig ist das die Außenweite der Sohle, nicht der Raum darin. Der Unterschied liegt bei fünf bis acht Millimetern. Wo nicht dabeisteht, wo gemessen wurde, ist der Wert für einen Vergleich nicht brauchbar.

Wie genau muss das Ergebnis sein?

Auf zwei Millimeter. Genauer wird eine Messung auf Papier ohnehin nicht, und feiner muss sie auch nicht sein: die Abstände zwischen den Modellen betragen mehrere Millimeter.

Gilt der Wert für beide Füße?

Nein, und das ist normal. Beide messen und mit dem größeren Wert rechnen. Ein Schuhpaar wird für den breiteren Fuß gekauft, nicht für den Durchschnitt.