22. Mai 2019
Barfußgehen: was gesundheitlich belegt ist und was nicht
Fußkraft, Gleichgewicht und Gangbild verändern sich messbar. Andere verbreitete Versprechen halten der Prüfung nicht stand. Eine Sortierung.
Was Barfußgehen im Fuß tatsächlich verändert, getrennt nach dem, was belegt ist, und dem, was behauptet wird. Der Unterschied ist in diesem Thema groß genug, dass er die eigentliche Information darstellt.
Ein Punkt zieht sich durch: barfuß und im Barfußschuh sind nicht dasselbe. Barfuß meldet die Fußsohle jede Überlastung sofort, im Schuh fällt diese Rückmeldung weg – die Belastung bleibt. Wer die Fußkraft messen statt schätzen will, findet dafür einen Test mit Punktwertung.
Belegt ist vor allem das, was sich messen lässt: die kleinen Muskeln im Fußgewölbe arbeiten mehr, wenn der Fuß nicht gestützt wird, und der Stand auf einem Bein wird über Wochen sicherer. Beides lässt sich am eigenen Fuß nachprüfen, und beides braucht Monate statt Tage – was der Grund ist, warum in diesem Bereich keine Vorher-Nachher-Woche vorkommt.
Unbelegt bleibt die zweite Hälfte der Versprechen: dass sich ein abgesunkenes Gewölbe wieder aufbaut, dass der Körper über die Fußsohle elektrisch „geerdet" wird, dass eine Fehlstellung sich auswächst. Diese Sätze stehen öfter in der Werbung als in Untersuchungen, und sie werden hier nicht wiederholt, nur weil sie oft zu lesen sind.
Der praktische Schluss aus dieser Trennung ist unbequem: die belegten Wirkungen kommen von der Belastung, nicht vom Schuhkauf. Ein Schuh mit dünner Sohle nimmt der Fußsohle die Rückmeldung ab und lässt die Belastung stehen – der Umstieg ist damit eine Trainingsfrage und keine Ausstattungsfrage.
22. Mai 2019
Fußkraft, Gleichgewicht und Gangbild verändern sich messbar. Andere verbreitete Versprechen halten der Prüfung nicht stand. Eine Sortierung.