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15. Oktober 2019 · Laufen ·

Vibrolegs Erfahrungen: Bewertung der Vibrationsplatte für die Wade

Wer nach Vibrolegs Erfahrungen sucht, sucht meist nach einer Abkürzung, und so werden Vibrationsplatten auch beworben: wenige Minuten Stehen statt einer Trainingseinheit. Für die Fuß- und Wadenmuskulatur gibt es tatsächlich einen messbaren Effekt, und er hat wenig mit dem zu tun, wofür die Geräte meistens gekauft werden.

Zur Schreibweise, weil sie die Suche erschwert: der Hersteller schreibt das Gerät Vibrolegs in einem Wort, gesucht wird es überwiegend als Vibro Legs in zwei. Gemeint ist dasselbe Gerät, und wer nach Vibro Legs sucht, findet unter beiden Schreibweisen unterschiedliche Angebote – das ist kein Qualitätsunterschied, sondern ein Suchartefakt.

Frequenzbereiche in Hertz
Vier Balken für die Frequenzbereiche einer Vibrationsplatte
  • Links: unter 20 Hz, kaum Reflexauslösung
  • Danach der brauchbare Bereich 20 bis 40 Hz
  • Rechts: über 40 Hz, vor allem Gelenkbelastung
  • Die Amplitude in mm fehlt in den meisten Datenblättern

Was folgt, ist deshalb keine Gerätebewertung, sondern die Beleglage zu dem, was eine Vibrationsplatte an Fuß und Wade bewirkt. Sie gilt für Vibrolegs genauso wie für jedes andere Gerät derselben Bauart, weil der Wirkmechanismus derselbe ist und die Unterschiede in Frequenz und Amplitude liegen, nicht im Namen.

Was die Vibrationsplatte tatsächlich auslöst

Eine Vibrationsplatte versetzt die Standfläche in schnelle, kleine Bewegungen, meist zwischen 20 und 40 Hertz. Der Körper reagiert darauf mit unwillkürlichen Muskelkontraktionen, weil das Dehnungsreflexsystem laufend kleine Längenänderungen ausgleicht. Diese Kontraktionen sind kurz und zahlreich, und sie treffen zuerst die Muskulatur, die dem Boden am nächsten liegt: Fußsohle, Unterschenkel, Wade.

Das ist der Grund, warum die Wirkung bei Fuß und Wade am besten belegt ist und weiter oben im Körper schnell verschwindet. Die Schwingung wird von Gelenk zu Gelenk gedämpft, und was am Knie ankommt, ist bereits deutlich weniger als am Sprunggelenk. Wer eine Platte kauft, um den Rumpf zu trainieren, kauft am Wirkort vorbei.

Zwei Bauarten sind verbreitet. Die oszillierende Platte kippt um eine Mittelachse, sodass sich die Füße abwechselnd heben und senken; sie belastet Fuß und Wade asymmetrisch und arbeitet mit niedrigeren Frequenzen. Die vertikale Platte bewegt sich gleichmäßig auf und ab, meist mit höherer Frequenz und kleinerer Amplitude. Für die Fußmuskulatur ist die oszillierende Bauart die interessantere, weil das Abkippen den Fuß seitlich stabilisieren lässt.

Der Zusammenhang mit dem Umstieg auf flache Schuhe

Beim Wechsel auf Barfußschuhe ist die Wadenmuskulatur die Struktur, die in den ersten Wochen die Grenze setzt. Sie arbeitet plötzlich über einen größeren Bewegungsbereich, ermüdet schneller und meldet sich am Tag danach. Genau in dieser Phase kann eine Platte einen Beitrag leisten, weil sie die Wade belasten kann, ohne dass zusätzliche Laufkilometer dazukommen. Und die Laufkilometer sind der Teil, den der Mittelfußknochen limitiert.

Praktisch heißt das: die Platte ersetzt keine Einheit, sie füllt eine Lücke. Wer die Wochenkilometer nicht steigern darf, weil der Knochen Zeit braucht, kann die Wade trotzdem weiter fordern. Sinnvoll sind kurze Einheiten von fünf bis zehn Minuten, barfuß auf der Platte, mit leicht gebeugten Knien, damit die Schwingung nicht ungefiltert ins Gelenk geht.

Barfuß ist dabei keine Nebensache. Mit Schuhen dämpft die Sohle einen Teil der Schwingung weg, und die Fußsohle bekommt genau die Rückmeldung nicht, um die es geht. Wer die Platte für Fuß und Gewölbe nutzt, stellt sich ohne Schuhe darauf.

Wofür die Platte taugt und wofür nicht
Beworbene Wirkungen von Vibrationstraining und ihre Beleglage
AnwendungBeleglageAnmerkung
Wadenkraftgut belegtder wirkortnächste Muskel, deutlichster Effekt
Fußgewölbe und Fußsohlebelegtnur barfuß auf der Platte
Gleichgewicht und Standstabilitätbelegtbesonders bei älteren Nutzern
KnochendichteteilweiseHinweise vorhanden, Effektstärke gering
Rumpfmuskulaturschwachdie Schwingung wird bis dahin weggedämpft
Gewichtsabnahmenicht belegtder Energieverbrauch bleibt niedrig
Cellulite-Reduktionnicht belegtein reines Werbeversprechen

Tabelle seitlich verschiebbar

Die veröffentlichten Vibrolegs Erfahrungen kreisen fast alle um die Frequenz und lassen die zweite Größe weg, die den Effekt bestimmt: die Amplitude in Millimetern. Eine Bewertung ohne diesen Wert ist keine Bewertung, sondern eine Beschreibung der Bedienoberfläche.

Worauf beim Gerät zu achten ist

Die entscheidenden Angaben sind Frequenzbereich, Amplitude und die maximale Nutzerlast. Ein Frequenzbereich, der bei 5 Hertz beginnt und bei 15 endet, arbeitet unterhalb des Bereichs, in dem der Dehnungsreflex sinnvoll ausgelöst wird. Brauchbar wird es ab etwa 20 Hertz, und nach oben ist bei 40 für die meisten Anwendungen Schluss.

Die Amplitude, also der Weg, den die Platte pro Schwingung zurücklegt, wird selten angegeben und ist trotzdem der wichtigere Wert. Bei kleinen Geräten liegt sie oft unter einem Millimeter, was den Effekt deutlich begrenzt. Wo nur eine Stufenzahl statt einer Amplitude in Millimetern steht, sagt das Datenblatt über die eigentliche Leistung nichts.

Die Standfläche entscheidet über die Anwendbarkeit. Wer barfuß auf der Platte stehen und dabei das Gewicht seitlich verlagern will, braucht eine Fläche, auf der beide Füße hüftbreit Platz haben. Bei den kleinen, flachen Geräten ist das oft nicht der Fall, und die Übungen für die Fußstabilisation entfallen damit.

Nicht für eine Gewichtsabnahme geeignet, dann eher den Vibro Shaper auswählen. Möchte man mehr Wissen und Information, so muss man zu Vibro Shaper Erfahrungsberichte greifen. Der größere Gerätetyp hat in dieser Hinsicht mehr zu bieten und ist auch für das Abnehmen gedacht.

Die Standfläche, auf der die Schwingung ankommt
Zwei barfüßige Füße stehen flach und nebeneinander auf der geriffelten Gummi-Standfläche einer Vibrationsplatte, von oben aufgenommen; daneben liegt ein hölzerner Zollstock flach auf der Platte

Der Kontakt ist die ganze Übertragung: was die Sohle nicht berührt, erreicht die Schwingung nicht.

Wie eine sinnvolle Einheit aussieht

Für Fuß und Wade reichen fünf bis zehn Minuten, zwei bis drei Mal pro Woche. Der Ablauf ist einfacher, als die mitgelieferten Programmhefte suggerieren. Zwei Minuten beidbeiniger Stand mit leicht gebeugten Knien als Gewöhnung. Danach zwei Minuten im Wechsel auf einem Bein, wobei der Fuß aktiv gegen das Kippen arbeitet. Zum Schluss zwei Minuten im Zehenstand, was die Wade über den vollen Bereich belastet.

Durchgestreckte Knie sind der häufigste Fehler. Ein gestrecktes Bein leitet die Schwingung ohne Dämpfung in Knie, Hüfte und Wirbelsäule weiter, und genau daraus entstehen die Beschwerden, über die Nutzer nach den ersten Einheiten berichten. Eine leichte Beugung reicht aus, um den Weg zu unterbrechen.

Die Steigerung läuft über die Dauer, nicht über die Frequenz. Wer nach zwei Wochen zehn Minuten problemlos steht, verlängert auf zwölf, statt die Hertzzahl hochzudrehen. Höhere Frequenzen erhöhen vor allem die Belastung der Gelenke und wenig den Effekt auf die Muskulatur.

Zusammengefasst als Bewertung: für Wade und Fußgewölbe ist der Effekt belegt, für Rumpf und Gewichtsabnahme nicht. Vibrolegs Erfahrungen, die mehr versprechen, beschreiben eine Wirkung, die auf dem Weg nach oben weggedämpft wird.

Wann die Platte nicht in Frage kommt

Es gibt klare Gegenanzeigen, und sie stehen nicht immer deutlich in den Anleitungen. Bei einer akuten Thrombose, bei frischen Frakturen, bei implantierten Gelenken ohne ärztliche Freigabe, in der Schwangerschaft und bei Netzhauterkrankungen ist von der Anwendung abzusehen. Bei einem Herzschrittmacher gehört die Frage vorher an den behandelnden Arzt.

Für den hier beschriebenen Zweck gilt zusätzlich eine praktische Einschränkung: wer sich gerade eine Überlastung im Mittelfuß zugezogen hat, gehört nicht auf eine Vibrationsplatte, sondern in eine Pause. Die Platte belastet den Fuß, auch wenn sie sich passiv anfühlt, und eine Ermüdungsreaktion im Knochen braucht Entlastung.

Warum die Wirkung auf die Wadenmuskulatur begrenzt bleibt

Der Körper ist darauf gebaut, Erschütterungen zu dämpfen, und er tut das an jedem Gelenk ein Stück weit. Eine Schwingung, die mit voller Amplitude an der Fußsohle beginnt, ist am Sprunggelenk bereits reduziert, am Knie deutlich schwächer und an der Hüfte weitgehend verschwunden. Das ist keine Schwäche des Geräts, sondern die Funktion, wegen der ein Mensch überhaupt laufen kann, ohne dass ihm bei jedem Schritt der Kopf wackelt.

Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz für die Vermarktung: je weiter ein beworbener Effekt vom Boden entfernt ist, desto weniger bleibt davon übrig. Bauch, Rücken und Arme werden in Prospekten regelmäßig genannt, und dort kommt am wenigsten an. Wer den Rumpf trainieren will, kommt mit zehn Minuten Übungen ohne Gerät weiter als mit zehn Minuten auf der Platte.

Umgekehrt erklärt derselbe Mechanismus, warum die Platte für unser Thema überhaupt interessant ist. Fuß und Wade sind die einzigen Strukturen, die die volle Schwingung abbekommen, und sie sind genau die Strukturen, die beim Umstieg auf flache Schuhe die Anpassungsarbeit leisten müssen.

Was sich messen lässt, wenn man es messen will

Wie beim Umstieg selbst gilt: ohne Ausgangswert sagt das Empfinden wenig. Drei Zahlen reichen, und alle drei lassen sich ohne Gerät erheben. Die Anzahl einbeiniger Fersenhebungen bis zur Erschöpfung misst die Wadenkraft. Die Sekunden im einbeinigen Stand mit geschlossenen Augen messen die Standstabilität. Und die Differenz der Fußlänge zwischen Sitzen und Stehen zeigt, wie stark das Längsgewölbe unter Last absinkt.

Wer diese drei Werte vor dem ersten Einsatz notiert und nach acht Wochen wiederholt, hat eine Antwort, die von keiner Produktbeschreibung abhängt. Realistisch ist bei zwei bis drei kurzen Einheiten pro Woche eine deutliche Zunahme bei den Fersenhebungen, eine sichtbare Verbesserung der Standdauer und eine kleine, langsamere Veränderung beim Gewölbeabfall.

Was diese Messung ausdrücklich nicht leistet, ist eine Aussage über das Gewicht. Der Energieverbrauch einer zehnminütigen Einheit liegt in der Größenordnung eines langsamen Spaziergangs, und daran ändert auch eine höhere Frequenz nichts. Wer die Platte kauft, um damit abzunehmen, misst am Ende an der Waage einen Effekt, der aus der gleichzeitig geänderten Ernährung stammt.

Bewertung im Vergleich zu anderen Methoden

Für die Fußmuskulatur gibt es drei einfache Wege, und die Platte ist der teuerste. Der erste ist schlicht Zeit ohne Schuhe: im Haus barfuß gehen belastet die Fußmuskulatur über den Tag mehr als jede kurze Einheit, kostet nichts und braucht keine Anschaffung. Der zweite sind gezielte Übungen, vor allem einbeinige Fersenhebungen und aktives Zehenspreizen, die pro Minute mehr Reiz setzen als passives Stehen.

Die Platte ist der dritte Weg und hat einen spezifischen Vorteil: sie erzeugt viele kleine Kontraktionen in kurzer Zeit, ohne dass eine willkürliche Anstrengung nötig ist. Für jemanden, der ohnehin trainiert, ist das eine Ergänzung. Für jemanden, der die Grundlagen nicht macht, ersetzt sie diese nicht.

Die ehrliche Reihenfolge lautet deshalb: erst barfuß im Alltag, dann die Übungen, dann gegebenenfalls das Gerät. Wer sie umdreht, kauft ein Gerät, das eine Lücke füllen soll, die durch die ersten beiden Schritte gar nicht entstanden wäre.

Vibrolegs Erfahrungen: was am Ende bleibt

Eine Vibrationsplatte ist ein brauchbares Zusatzgerät für Wade und Fuß und ein schlechtes Gerät für alles, was weiter oben liegt oder mit dem Körpergewicht zu tun hat. Wer sie in dieser engen Rolle einsetzt, bekommt einen realen Effekt, der sich in Fersenhebungen und Standsekunden nachlesen lässt. Wer sie als Ersatz für Bewegung kauft, bekommt ein Möbelstück. Die Werbung verspricht durchgehend das Zweite, und genau daran scheitern die meisten Erfahrungsberichte, nicht am Gerät.

Lautstärke, Aufstellort und Alltagstauglichkeit

Ein Punkt, der in Datenblättern nie steht und über die tatsächliche Nutzung entscheidet: die Übertragung in den Boden. Eine Platte auf einer Holzdiele in einer Altbauwohnung überträgt die Schwingung in die Konstruktion, und was für den Nutzer ein leises Brummen ist, ist eine Etage tiefer ein deutliches Geräusch. Eine dichte Gummimatte unter dem Gerät nimmt einen großen Teil davon weg, ohne die Wirkung spürbar zu verändern, weil die Dämpfung unter der Platte sitzt und nicht zwischen Platte und Fuß.

Der Aufstellort entscheidet auch darüber, ob das Gerät benutzt wird. Eine Platte im Keller wird nach drei Wochen nicht mehr angeschaltet; eine im Wohnraum, über die man jeden Tag stolpert, schon. Da die sinnvollen Einheiten kurz sind, lohnt sich der Platz an einer Stelle, an der fünf Minuten ohne Vorbereitung möglich sind.

Häufige Fragen

Ersetzt eine Vibrationsplatte eine Trainingseinheit?

Nein. Sie kann Wade und Fußmuskulatur zusätzlich belasten, wenn die Laufkilometer aus anderen Gründen nicht steigen dürfen. Der Energieverbrauch bleibt dabei niedrig.

Barfuß oder mit Schuhen auf die Platte?

Barfuß, wenn es um Fuß und Gewölbe geht. Eine Sohle dämpft genau die Schwingung weg, die die Fußsohle erreichen soll.

Welche Frequenz ist sinnvoll?

Etwa 20 bis 40 Hertz. Darunter wird der Dehnungsreflex kaum ausgelöst, darüber steigt vor allem die Gelenkbelastung.

Hilft die Platte beim Abnehmen?

Dafür gibt es keinen Beleg. Der Energieverbrauch einer Einheit liegt weit unter dem eines Spaziergangs gleicher Dauer.